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Carolin Philipps

Unicef Preis für Frieden und Toleranz, Österreichischer Jugendbuchpreis, Schweizer Bookstar Award, Annaliese-Wagner Preis
Auswahlliste deutscher Jugendbuchpreis,
Auswahlliste katholische Bischofskonferenz

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Carolin Philipps/bluesparrow PR
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Die Autorin

Curriculum Vitae

Mit allen Sinnen schreiben

Sie klettert in die Kanalisation der rumänischen Hauptstadt Bukarest und überquert mit mexikanischen Flüchtlingen die Wüste im Grenzstreifen zu den USA. Für Carolin Philipps gibt es keine Grenzen. „Man kann die Welt nur ändern, indem man die Herzen der Menschen berührt“, sagt sie und schon mit ihrem ersten Buch, Großvater und das Vierte
Reich
(Herder 1990), hatte die 1954 in Meppen/Ems geborene Philipps einen außergewöhnlichen Erfolg. Ihre verstörende Darstellung der deutschen Neonaziszene wurde in mehrere Sprachen übersetzt, bekam zahlreiche Auszeichnungen und wurde für das Fernsehen verfilmt.

Seit Carolin Philipps 2000 für ihr Buch Milchkaffee und Streuselkuchen (Ueberreuter) mit dem Mentioning Award der Unesco für Frieden und Toleranz ausgezeichnet wurde, sind ihre Bücher in mehr 20 Sprachen übersetzt worden (u.a. französisch, spanisch, koreanisch, chinesisch, japanisch, lettisch, kroatisch u.a.). Ob Analphabetismus, Rassismus, Kinderarbeit, Autismus oder Homosexualität Carolin Philipps Werke sind seit über 20 Jahren ein Plädoyer für mehr Toleranz.

Auch aktuelle Themen wie Cybermobbing, sexueller Missbrauch und Loverboys stehen im Zentrum ihrer Geschichten.

Neben den Jugendbüchern schreibt Carolin Philipps historische Biografien für Erwachsene. 2004 wurde nach zweijähriger Recherche das erste Buch der studierten Historikerin veröffentlicht: Zwischen Krone und Leidenschaft (Piper) beschreibt das Leben der Königin Caroline Mathilde von Dänemark. Für Friederike von Preußen, die leidenschaftliche Schwester der Königin Luise (Piper 2007) hat Philipps bisher unentdecktes Quellenmaterial und geheime Briefe entdeckt und ausgewertet, die die spätere Königin von Hannover in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Im Mai 2010 ist Luise - die Königin und ihre Geschwister (Piper) erschienen und platzierte sich sofort in der Spiegel-Bestsellerliste. Auch hier greift sie auf bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial zurück. Für diese Biografie bekam die Autorin 2011 den renommierten Annalise-Wagner-Preis.

Ob in abgelegene Archive oder mitten hinein ins Leben: Für ihre Bücher ist Carolin Philipps kein Weg zu weit. So verbrachte sie den Sommer 2005 in einem Heim für obdachlose Jugendliche in Bukarest um für ihr zwölftes mehrfach preisgekröntes Buch Träume wohnen überall zu recherchieren. Im Herbst 2006 fuhr sie für Der Baum der Tränen im gemieteten Auto die mexikanische Grenze zu den USA entlang, begleitete illegale Immigranten auf ihrem gefährlichen Weg und ließ sich ihre Schicksale erzählen. Im Jahr darauf verbrachte sie vier Wochen lang in einer Höhle auf der legendären Osterinsel. 

Für ihr Buch Made in Vietnam bekam sie 2010 den Schweizer Bookstar, mit ihrer Geschichte Wofür die Worte fehlen (Ueberreuter, 2010) über Kindesmissbrauch gewann sie den österreichischen Jugendbuchpreise 2011. 

Interview mit Frau Philipps

Bei Diskussionen mit Schülern und in Leserbriefen werden immer wieder Fragen gestellt, die über den Inhalt meiner Bücher hinaus gehen. Hier kommen nun die Top 10 der Fragen:

Carolin Philipps
1

Seit wann schreiben Sie Bücher und wie sind Sie dazu gekommen?

Ich schreibe seit 1989. Die ersten Geschichten habe ich für meine Kinder geschrieben. Dann habe ich das Manuskript von Großvater und das Vierte Reich an verschiedene Verlage geschickt. Anfangs bekam ich viele Absagen und wollte schon aufgeben. Aber dann hatte ich ein wenig Glück: Da meine Geschichte auch in Südafrika spielt, war sie in der Abteilung für Reiseliteratur gelandet. Dort saß eine Schülerin, die dort ein Praktikum machte. Sie langweilte sich und fing an, meine Geschichte zu lesen. Sie fand sie so spannend, dass sie das Manuskript höchstpersönlich in die Abteilung für Jugendliteratur brachte. Dort wollte man gerade eine neue Reihe über politische Themen mit neuen Autoren aufbauen. Und da kam mein Manuskript gerade richtig. So hat alles angefangen.

2

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf Schriftstellerin?

Besonders spannend ist der Anfang eines neuen Buches, wenn ich eine Idee habe und mit der Recherche beginne. Da meine Geschichten häufig in anderen Ländern spielen, fahre ich dorthin und reise durch das Land. Oft begleitet mich einer meiner Söhne. Wir erleben lustige Szenen, aber oft wird es auch gefährlich. So zum Beispiel, als wir uns bei der Recherche für mein Buch Der Baum der Tränen an der mexikanischen Grenze in den Bergen verirrt haben und beinahe unter die Schmuggler geraten sind.

3

Macht es Ihnen Spaß zu schreiben?

Spaß habe ich, wenn ich Tennis spiele, lese oder reise. Schreiben ist intensive Arbeit, die mir Freude macht, die aber auch jede Menge Disziplin erfordert, bis man von der Idee zum fertigen Buch kommt. 

4

Welche Bücher lesen Sie selber gerne?

Am besten kann ich mich bei einem spannenden Krimi oder einer guten historischen Biografie entspannen.
5

Wie lange schreiben Sie an einem Buch?

Das ist ganz unterschiedlich. An einem historischen Buch mit ca. 400 Seiten, für das ich Recherchen in Archiven machen muss, benötige ich ungefähr 1,5 Jahre. Allerdings schreibe ich parallel dazu meist noch ein Jugendbuch. Auch für meine Jugendbücher mache ich aufwendige Recherchen, die mich rund um die Welt führen. Das eigentliche Schreiben dauert dann ungefähr zwei Monat.

6

Wie kommen Sie auf die Ideen zu Ihren Büchern?

Viele Ideen zu meinen Büchern kommen mir, wenn ich mit meinen Schülern zusammen bin. Manchmal lese ich in der Zeitung oder sehe im Fernsehen etwas, was mir wichtig erscheint. Auch auf meinen Reisen begegnen mir Menschen, die mich dazu bewegen, über ihr Schicksal zu schreiben. Geschichten schweben überall herum, man muss sie nur erkennen und einfangen.
7

Sind Ihre Geschichten wahr oder sind sie erfunden?

Meine Geschichten sind immer eine Mischung aus Realität und Fantasie. Viele einzelne reale Details füge ich zu einer spannenden Geschichte zusammen. Dort, wo meine Hauptpersonen eine reale Vorlage haben, ändere ich die persönlichen Daten so, dass man die Person im echten Leben nicht wiedererkennen kann.
8

Warum haben Ihre Bücher immer ein „offenes Ende“?

Wenn ich selber lese, möchte ich auch, dass am Ende alles gut ausgeht. Ein offener Schluss gefällt mir gar nicht – als Leser. Als Autor aber möchte ich, dass meine Leser nach der Lektüre weiterdenken und darum lasse ich den Schluss offen.

9

Warum schreiben Sie keine Fortsetzungsgeschichten?

Wenn ich selber ein Buch lese und habe mich mit den Personen darin angefreundet, finde ich es auch schade, wenn ich am Ende des Buches Abschied nehmen muss. Wenn ich aber selber schreibe, ist das anders. Ich bin dann immer froh, wenn ich wieder etwas Neues schreiben kann, das macht das Schreiben spannender, als wenn ich an eine „alte“ Geschichte noch etwas anhänge. Außerdem können meine Leser dann selber überlegen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Und so manch einer hat mir auch schon eine selbst geschriebene Fortsetzung geschickt.
10

Was braucht man, um Autor/Autorin zu werden?

Zunächst mal braucht man eine Menge Fantasie. Dann sollte man mit Worten spielen können. Und schließlich benötigt man jede Menge Disziplin, sonst wird die schöne Idee niemals zu einer fertigen Geschichte.